Schule ohne Rassismus

Gemeinsames Kochen im Rahmen des Projektes

“Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ in der Sekundarschule

„Diskriminierungen, insbesondere wegen des Geschlechts, der Rasse, der Hautfarbe, der ethnischen oder sozialen Herkunft, der genetischen Merkmale, der Sprache, der Religion oder der Weltanschauung, der politischen oder sonstigen Anschauung, der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, des Vermögens, der Geburt, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung, sind verboten.“

An diesem Artikel 21 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union orientiert sich das Projekt “Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, einem bundesweiten Schulnetzwerk, dem seit 1995 in Deutschland mehr als 3000 Schulen angehören. Es ist ein Projekt, in dem Schülerinnen und Schüler sowie Pädagogen die Möglichkeit bekommen sollen, sich aktiv daran zu beteiligen, ein Schulklima gegen Diskriminierung, Mobbing und Gewalt zu gestalten: „Die Schülerinnen und Schüler beziehen Position zu täglicher Diskriminierung in ihrem Lebensumfeld und engagieren sich mit Partnern, etwa aus der Jugendarbeit oder auch dem kirchlichen Umfeld“ (Bündnis für Demokratie und Toleranz).
Das Wichtige dabei ist, dass die Schülerinnen und Schüler und die Pädagogen gemeinsam und selbst bestimmen, was die Inhalte ihrer Aktivitäten im Rahmen von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage sein sollen.

Auch die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Pr. Oldendorf zeigten erneut ein tolles Engagement, im Rahmen des Projektes mitzuwirken. In den neuen Jahrgängen der fünften Klassen war das Projekt fast allen ein Begriff. Die Kinder, die das Projekt zum Teil aus ihren Grundschulen kannten, hatten viel zu berichten. Es war deutlich spürbar, mit welcher Ernsthaftigkeit sie an das Thema herantraten und wie viel Vorwissen sie dazu mitbrachten. Mit Freude teilten die Schülerinnen und Schüler mit, aus welchem Land ihre Eltern oder Großeltern stammen und wie stolz sie auf ihre Wurzeln sind.
Nun war die Frage, welcher Aktivität man im Rahmen des Projektes dieses Mal nachgehen sollte. Ein gemeinsamer Nenner war schnell gefunden: Ein Land lernt man am besten durch das Essen kennen. Man müsse ein Land schmecken, spüren und riechen können! Jedes Land verfüge über seine eigenen traditionellen und außergewöhnlichen Gerichte. Somit wurde ein Stück Heimat der jeweiligen Länder in die Schulküche der Sekundarschule geholt. Es fanden vier Kochtage, jeweils in den Nachmittagsstunden, statt, die von und für Schülerinnen und Schülern der Jahrgansstufen 5, 6, 9 und 10 in Eigenregie geplant und durchgeführt wurden. Dabei unterrichteten die Großen die Kleinen. Die Älteren aus den Jahrgansstufen neun und zehn wählten aus der russischen, indischen, nigerianischen und italienischen Küche, zum Teil in Begleitung ihrer Eltern, typische traditionelle Speisen aus und bereiteten diese gemeinsam in der Schulküche zu.
Vor dem Kochen versammelten sich alle im Essbereich der Schulküche. Auf einer Landkarte wurde gezeigt, wo die Eltern, zum Teil auch sie selbst, geboren wurden und abstammen. Hier gab es auch ausreichend Zeit, um Fragen zu stellen: „Mit welcher Hand wird in Indien gegessen? Steht das Kopfschütteln in Indien für Ja und das Nicken für Nein?“ waren typisch. Anschließend ging es an die praktische Arbeit, in der die älteren Schülerinnen und Schüler die Jüngeren anleiteten. Beim anschließenden gemeinsamen Essen kam es zu einem regen Austausch. Selbst beim Abwaschen zeigten sich die meisten Kinder motiviert und boten von sich aus Hilfe an. Damit der Nachmittag nachhaltig in Erinnerung bleibt, wurde ein Kochbuch erstellt, um auch die Rezepte Zuhause nachkochen zu können.