Schulalltag in der Corona-Zeit

Schulalltag in der Corona-Zeit

Als am 13. März 2020 die Nachricht bekannt wurde, dass die Schulen aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen werden würden, brach bei den meisten Schülerinnen und Schülern große Freude aus.
Gut zehn Wochen später hieß es beim Großteil dieser Schülerinnen und Schüler jedoch: „Gut, dass die Schule endlich wieder losgeht“.
Doch leider ist der Schulalltag nicht der, der er vor der Schulschließung war. Zunächst dauerte es bis zum 23. April, ehe die generelle Schulschließung aufgehoben und das Schulgebäude für den Abschlussjahrgang zehn wieder geöffnet wurde.

Aber nicht in gewohnter Weise. Jeweils vor der ersten, dritten und fünften Stunde hieß es, an einem vereinbarten Sammelplatz unter Berücksichtigung der Abstandsregel und Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (in der ersten Phase noch nicht, da nicht ausreichend zur Verfügung standen) auf die Lehrkraft zu warten, um dann zum Händewaschen zu gehen. Die Schulleitung hatte dafür gesorgt, dass sich die Schülerinnen und Schüler möglichst gut im Gebäude verteilen, mit Klebeband den Wartebereich an den Waschbecken markiert und einzelne Waschbecken abgeklebt, um den Sicherheitsabstand zu wahren. Danach ging es mit halber Klassengröße in einen Klassenraum, um dort einen fest zugeordneten Platz einzunehmen. Unterrichtet wurden schwerpunktmäßig die Hauptfächer, um den Jahrgang möglichst gut und umfassend auf die Abschlussprüfungen vorzubereiten, die in diesem Jahr ausnahmsweise nicht zentral, sondern schulintern auf Grundlage vorheriger Abschlussprüfungen gestellt wurden.

Zwei Wochen später folgten nach dem gleichen Prinzip die Klassen der Jahrgangsstufe neun. Und was war mit dem Rest? “Homeschooling“ war und ist das Zauberwort. Gott sei Dank besitzt die Sekundarschule ein ausgedehntes Schulnetzwerk. Mit einer persönlichen Schul-E-Mail-Adresse ausgestattet, stehen allen Schülerinnen und Schülern zu Hause alle notwendigen Programme über Office 365 wie Word, Excel, Powerpoint, Outlook und Teams zur Verfügung. Zwei Probleme ergaben sich: Ein zu Beginn überschaubarer Erfahrungshorizont der Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler im Umgang mit dem Netzwerk und der Vielzahl an Funktionen und Möglichkeiten, sowie die Tatsache, dass doch einigen Kindern zu Hause keine Endgeräte zur Verfügung stehen, um diese Funktionen auch nutzen zu können. Für die Schülerinnen und Schüler, die Schwierigkeiten mit dem online-Arbeiten hatten, wurde das Sekretariat in ein Materiallager mit Kopiervorlagen umfunktioniert, die bei Bedarf über das Sekretariatsfenster abgeholt werden konnten. Auch, wenn das Arbeiten von Zuhause sicherlich noch nicht komplett “rund“ lief, so konnte die Schule froh sein, ein Schulnetzwerk zu besitzen, mit dem die Schülerinnen und Schüler in dieser schwierigen Situation überhaupt erreicht werden konnten.

Seit dem 18. Mai gilt nun der Präsenzunterricht für alle Jahrgangsstufen.   Das Prinzip: In den Jahrgangsstufen fünf bis acht werden die Klassen in zwei Hälften geteilt. Die eine Hälfte kommt montags, die andere dienstags zur Schule. Beide erhalten den gleichen Unterricht. Dieses Verfahren wird dann donnerstags und freitags wiederholt. Der Mittwoch steht dann den 9ern und 10ern zur Verfügung. Ziel dieser Maßnahme ist es schwerpunktmäßig, den Kindern ein Gefühl von Normalität zurück zu geben, gepaart mit dem Anliegen, noch ein wenig Unterrichtsstoff in diesem Schuljahr vermitteln zu können. Aber wie soll das gehen? Durch die Maßnahmen sitzen in den Fächern, die differenziert unterrichtet werden (Englisch, Mathe, Wahlpflicht I) teilweise Schülerinnen und Schüler aus bis zu vier verschiedenen Kursen in einem Raum und müssen parallel unterrichtet werden. Dies erfordert vor allem von den Lehrkräften große Kommunikationsbereitschaft. „Was hast du in deinem Unterricht zuletzt gemacht?“ oder „Worauf soll ich achten und welche Materialien soll ich verwenden“ sind die typischen Fragen im Lehrerzimmer geworden. Weiter stellt sich die Frage nach der Methodik. Da Partner- und Gruppenarbeiten nicht zulässig sind, ist bspw. Lehrer Christian John kreativ geworden. Er nutzt die schuleigenen Tablets und spezielle Programme und Apps, mit denen die Kinder Aufgaben lösen und sich gegenseitig im Unterricht zuschicken können. Digitale Gruppenarbeit in Zeiten von Corona! Nach der Nutzung werden die Tablets selbstverständlich desinfiziert.
Generell kann man festhalten, dass die Sekundarschule wie die meisten anderen Schulen in der Corona-Zeit hinsichtlich des Homeschoolings ins kalte Wasser geworfen wurde. Dadurch wurden jedoch schnell Möglichkeiten entdeckt, wie man die Kinder auf digitalem Wege bestmöglichst von Zuhause aus unterrichten konnte.
Damit man für die Zukunft etwas aus der Vergangenheit lernt und Maßnahmen trifft, wie das Lernen von Zuhause aus besser laufen kann, hat die didaktische Leiterin Jana thor Straten eine online-Umfrage erstellt, die sich an die Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie die Erziehungsberechtigten richtet mit dem Ziel, herauszufinden, was im Homeschooling schon gut funktioniert hat, und wo noch Handlungsbedarf besteht.
Wie es nach den Sommerferien weitergeht? Das weiß zur Zeit noch niemand genau. Die Planungen der Schulleitung der Sekundarschule für das kommende Schuljahr laufen schon vor den Ferien auf Hochtouren, um für alle möglichen Szenarien gerüstet zu sein…