Alkoholprävention

Alkoholprävention Jahrgang 8

Die Klassen des 8. Jahrgangs der Sekundarschule versammelten sich an jeweils einem Vormittag im Mai 2019 im Jugendtreff der Stadt Pr. Oldendorf, um dort gemeinsam mit der Schulsozialarbeit an einem Präventionsprojekttag zum Thema Alkohol, angeleitet durch Mareike Awolin von der Fachstelle für Suchtprävention Minden-Lübbecke, teilzunehmen. Die Schülerinnen und Schüler bereiteten den Tag hierfür im Vorfeld im WP-NW-Unterricht durch die Erstellung von Präsentationen zum Thema Alkohol vor. Einige besonders gut gelungene Präsentationen wurden dem Klassenverband während des Projekttages vorgestellt.
Zuerst wurde in einem Informationsaustausch abgeklärt, inwiefern die Jugendlichen bereits Fachkenntnisse zum Thema Alkohol hatten. Anschließend wurde auf die Gefahren anderer legaler und illegaler Suchtmittel aufmerksam gemacht, indem verschiede Süchte über Alltagsgegenstände (z.B. Schokolade, Kaffee, Nikotin, Schönheitssucht, etc.) dargestellt und symbolisiert wurden und in stoffgebundene- und ungebundene, wie auch legale und illegale Substanzen unterteilt wurden.
Im weiteren Verlauf des Vormittags erfolgte anhand von Themenkarten die Aufstellung eines Suchtverlaufs. Hierbei konnten die Schülerinnen und Schüler einzelne Alltagssituationen / Alkoholkonsumsituationen zuordnen und diskutierten diese auch durchaus kontrovers. Sie stellten fest, dass es nicht immer ganz einfach ist, einen Suchtverlauf zu erkennen und auch folgerichtig zu beschreiben.
Zum Abschluss des Vormittags durften die Jugendlichen durch eine Rauschbrille 1,3 Promille am eigenen Körper, mit entweder Tag- oder Nachtansicht testen. Bei dem Versuch des Balancierens oder Fangens merkten alle schnell den starken Einfluss des Alkohols auf die unterschiedlichen Sinne, denn vermeintlich leichte Aufgaben die sie im nüchternen Alltag problemlos meisterten, stellten sie mit den Rauschbrillen vor unlösbare Probleme und Schwierigkeiten.
Einige Tage nach dem Präventionsvormittag trafen sich die Klassen zu einem offenen Dialog, angeleitet von Jörg Moog und Mark W. von Suchthilfe PrO e.V., die von ihren eigenen Suchtgeschichten berichteten und anschließend die Fragen der interessierten Schülerinnen und Schüler beantworteten. Viele von ihnen zeigten sich betroffen durch die teilweise sehr eindrücklich geschilderten Bilder und Situationen. Oftmals trat eine andächtige Stille, wie auch blankes Entsetzten über die Fakten und Risiken des Alkoholkonsums ein, besonders als klar gemacht wurde, welche Macht Alkohol auf die Konsumierenden ausübt, sodass diese, ungeachtet aller privaten und beruflichen Konsequenzen, ihr ganzes Leben auf die Sucht ausrichten. Die Rückmeldung war sehr positiv und es wurde lobend erwähnt, dass die Schülerinnen und Schüler den ehemals betroffenen und alkoholkranken Menschen sehr respektvoll und mit entsprechendem Verständnis gegenüber aufgetreten sind.