Nikotin-Prävention

Aula der Sekundarschule wird zum Nikotin-Präventions-Parcours

Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 7 beschäftigen sich unter fachlicher Anleitung an 6 Stationen mit dem Thema Nikotin, den Risiken, Irrtümern und Schadstoffen

Unterrichtsstunden der anderen Art erlebte der Jahrgang 7 im Dezember an der Sekundarschule in Pr. Oldendorf. Von der Ginko-Stiftung für Prävention reisten 3 Mitarbeiterinnen mit der mobilen Wanderausstellung „Leben ohne Qualm“ an. Unterstützt durch Mareike Awolin, Fachkraft für Suchtprävention der Drogenberatungsstelle Minden und dem Schulsozialarbeitsteam der Sekundarschule, Janin Gilbert und Thorsten Klötzel, gemeinsam mit Anita Giesbrecht, Erzieherin im Anerkennungsjahr, führten sie die Klassen der Jahrgangsstufe 7 in Kleingruppen durch die interaktive Ausstellung „Leben ohne Qualm (LoQ)“. Hier konnten die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen testen, es wurde mit Mythen wie „Eine Zigarette entspannt!“ aufgeräumt, das eigene Lungenvolumen und die Kraft der Lunge konnten spielerisch getestet werden und es wurde veranschaulicht, welche Stoffe in einer Zigarette enthalten sind. Zur Motivation der Gruppe wurde bereits am Anfang erwähnt, dass die beste Kleingruppe aus dem Jahr 2017 einen Wertgutschein der ginko-Stiftung für die Klassenkasse erhält.

An Station 1 wurde mit Hilfe eines Tablets und der App „Smokerface“ veranschaulicht, welchen Einfluss das Rauchen auf den Alterungsprozess hat, besonders den der Haut. Die Teilnehmer*innen konnten sich ansehen, wie ihre Haut nach mehrjährigem Rauchen aussehen könnte. Sie zeigten sich geschockt über die frühe Bildung von Fältchen und Unreinheiten.

Station 2 konfrontiert die Schüler*innen zunächst mit unterschiedlichsten Aussagen zum Thema. Anschließend sollten sie dann magnetische Antwortkarten zu den einzelnen Aussagen zuordnen. Hierfür tauschten sie untereinander Argumente und Gegenargumente aus, um die Aussagen und Antworten passend zuzuordnen. Gerade weil sich nicht immer alle einig gewesen sind, wurde kräftig diskutiert, es wurden Standpunkte vertreten und mit Argumenten untermauert – der gewünschte Austausch fand statt!

An der folgenden Station versuchten sich die Schüler*innen an einen einfachen Atemtrainer in den drei Disziplinen Kraft, Ausdauer und Präzision. Sie suchten untereinander diejenigen, die mit dem Atemtrainer einen kleinen Styroporball durch das Auspusten der Atemluft am längsten in der Luft halten konnten. Ferner pusteten sie den Ball durch eine senkrechte Röhre so hoch wie möglich nach oben und pusteten mit Geschick und Präzision den Styroporball in einen kleinen Basketballkorb. Schnell merkten sie, dass jeder im Umgang mit der Atemluft unterschiedliche Talente besaß.

Die vierte Station beschäftigte sich mit der Entspannung. Entgegen vieler Meinungen, dass Nikotin entspannt, wurde hier noch einmal deutlich aufgezeigt, dass Nikotin energielos und nervös macht. Alle Jugendlichen durften sich der Reihe nach in einem großen Sitzsack niederlassen. Hierfür wurden sie mit einem Pulsmesser ausgestattet, der anzeigt, wie einfach es ist, trotz der tagtäglichen Reize und Eindrücke dennoch zu entspannen. Hier galt: Je niedriger die Herzfrequenz, desto größer die Entspannung.

Die vorletzte Station versorgte die Jugendlichen mit Hintergrundwissen. Ein klarer Verstand und eine gute Überzeugungskraft waren gefragt, als die Schüler*innen 20 Aussagen bewerten und Fragen zum Thema Nikotin beantworten mussten. Auch hier wurde inhaltlich wieder viel diskutiert und so manch einer kam mit vielen neuen Erkenntnissen über das Rauchen aus der Station.

Den Abschluss bildete die Schadstoffzigarette. Sie zeigte noch einmal sehr deutlich auf, was für ein Chemiecocktail der Tabakrauch mit seinen 4800 chemischen Subtanzen ist. Das alleine 250 dieser Verbindungen bei der Verbrennung mit Tabaks für den menschlichen Körper giftig und mindestens 90 hiervon krebserregend sind, dachte zuvor niemand. Auch staunten die Schüler*innen sehr, als sie erfuhren, welche Stoffe dem Tabak zugesetzt sind, um ihn überhaupt erst genießbar zu machen. Die aufklappbare Schadstoffzigarette zeigte den Jungen und Mädchen über Gegenstände und Abbildungen sehr deutlich Substanzen, die ihnen aus dem Alltag vertraut sind. Viele von ihnen wunderten sich sehr, als sie erfuhren, dass auch Zucker, der beim Verbrennen karamellisiert, krebserregende Subtanzen freisetzt.

Sowohl die Betreuungspersonen des LoQ-Parcours, als auch die Schülerinnen und Schüler, schilderten ihre Eindrücke als sehr nachhaltig. Viele von ihnen äußerten immer wieder Entsetzten und Erstaunen über die neu gewonnenen Erkenntnisse. Schulleiter Christian Schäffer stellte die Art der Visualisierung der Gefahren durch Nikotin an den 6 Säulen im Parcours positiv heraus. „Hier lernen Kinder und Jugendliche, ohne Druck, einfach nur durch die Teilnahme.“ Die begleitenden Schulsozialarbeiter, wie auch Mareike Awolin von der Drogenberatungsstelle, sind ebenfalls begeistert und sich einig: „Nach den Erfahrungen, die wir in diesem erstmaligen Einsatz mit dem LoQ-Parcours gesammelt haben, sehen wir auch einen wiederkehrenden Einsatz in der Zukunft!“.