Impfaktion

195 Impfungen gegen Polio

Pr. Oldendorfer Schulen setzen ein Zeichen

Manche Krankheiten sind in Europa so selten geworden, dass sie fast schon in Vergessenheit geraten sind. Doch in vielen ärmeren in Afrika und Asien wüten sie nach wie vor. Die Familien dort verfügen nicht über das Geld, um die wichtig Impfung zu bezahlen. Dabei wäre es ein Leichtes, die tödliche Krankheit zu besiegen. Die Betroffenen leiden unter den Spätfolgen der Poliomyelitis, dazu zählen Lähmungen und Muskelschwund. Viele internationale Hilfsorganisationen haben sich zum Ziel gemacht, Polio international zu bekämpfen und verabreichen Kindern Schluckimpfungen, wie man sie hier früher auch anwendete, oder impfen direkt intravenös. Doch das Geld dafür ist knapp, denn die Impfstoffe kosten Geld, das die Familien selbst nicht aufbringen können und die Hilfsorganisationen rechnen ebenfalls mit jedem Cent, denn sie finanzieren noch viele andere (lebens-)wichtige Projekte. Mittlerweile klafft daher eine Lücke von über einer Milliarde Dollar, die die Beendigung der Impfinitiative und somit die Ausrottung von Polio nicht nur gefährdet, sondern eine Rückkehr der Epidemie auch noch wahrscheinlich macht.

Daher haben sich die Rotary-Clubs, eine weltweit agierende Organisation, zusammengeschlossen, um die Finanzierungslücke zu schließen. Mit ihrer Aktion „500 Deckel für ein Leben ohne Kinderlähmung“ haben sie bereits eine Menge Impfungen bezahlen können, denn das Material von Flaschendeckeln wird recycelt und verkauft und mit dem Gewinn daraus werden die lebensrettenden Impfungen finanziert.

Mitsammeln kann jeder, es gibt verschiedene Sammelstellen. Auch Kinder und Jugendliche können Gutes bewirken. Wie schnell man fast 200 Leben retten kann, haben die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Pr. Oldendorf und der Grundschule Pr. Oldendorf bewiesen. Im Zeitraum von März bis Ende Juni landeten insgesamt 97.500 Deckel in den beiden Tonnen der Schulen. Damit können 195 Impfungen bezahlt werden und 195 Kinder können ein Leben ohne Kinderlähmung führen.

Heidi Freudenstein, Schulleiterin der GS Pr. Oldendorf und Sekundarschulleiter Christian Schäffer zeigen sich angesichts der 19,5 Kilogramm Deckel begeistert. „Wir hätten nicht erwartet, dass es so viele werden, aber wir finden es toll, wie hilfsbereit unsere Schüler sind, obwohl diese Krankheit für sie nicht einmal ein Gesicht hat“, freuen sich beide über das tolle Ergebnis, zu dem die Grundschule Pr. Oldendorf den Löwenanteil beigesteuert hat.

Die Grundschule ist auch als offizielle Sammelstelle im Internet gelistet. Das heißt, jeder kann seine Deckel dort abliefern und damit Gutes tun. Angenommen werden alle Kunststoffdeckel von Getränkeflaschen und Tetrapacks. Wegen dem Pfand müssen sich die Spender im Übrigen keine Sorgen machen. Die Flaschen können auch ohne Deckel beim Getränkehändler zurückgegeben werden.

Die 97.500 Deckel wanderten nun erstmal zum Recycling, doch schon jetzt wird fleißig weitergesammelt, damit man das Wort „Polio“ bald wirklich aus dem Wortschatz streichen kann, weil die Krankheit nicht mehr existiert.

Impfaktion

Kinderparlament der Grundschule und die Sekundarschul-SV