Damenwahl

Damenwahl in der Sekundarschule

„Wenn das Ziel der Frauenbewegung einmal erreicht ist, so wird es kein führendes Geschlecht mehr geben, sondern nur noch führende Persönlichkeiten.“ – Helene Lange, Frauenrechtlerin
Taten statt Worte – das war das Motto der extremen Frauenrechtsbewegung in England Anfang des 20. Jahrhundert. Von friedlichen Protesten sahen die Suffragetten (zu dt. „Emanzen“), die diesen Ausdruck positiv für sich nutzten, keinen anderen Ausweg, ihr Ziel zu erreichen, als zu extremen Methoden zu greifen. Eine junge Arbeiterin wurde mehr zufällig Teil von Hungerstreiks, Brandsätzen und Sachbeschädigung.
Die verfilmte Geschichte über einen Meilenstein auf dem Weg zur weiblichen Gleichberechtigung wurde am Samstag, den 19.01.2018 im Dersa–Kino in Rahden von der AG–Mädchen des Kreises Minden-Lübbecke präsentiert. Im Rahmen der Kampagne des 100-jährigen Frauenwahlrechts, die sowohl an erreichte Erfolge erinnert, als auch heutige Herausforderungen rund um Gleichberechtigung und politische wie gesellschaftliche Teilhabe von Frauen in den Blick nimmt, fanden sich auch ca. 85 Personen aus der Umgebung im Kino ein, um gemeinsam Anteil an der Geschichte zu nehmen.

 Darunter auch 35 Einwohner aus Pr. Oldendorf, unter ihnen einige interessierte Schülerinnen der Sekundarschule, einschließlich des Teams der Schulsozialarbeit, die, von der Schule ausgehend, gemeinsam den Weg ins Kino fanden. Im Vorfeld wurden die Schüler dem Thema gegenüber sensibilisiert und gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Pr. Oldendorf Andrea Kneller darüber informiert, dass Frauen zum Beispiel bis vor 40 Jahren in Deutschland kein eigenes Konto eröffnen durften, oder woanders auf der Welt noch heute für ihre Rechte kämpfen müssen.

Begrüßt wurden sie im Kino von Stilecht verkleideten Frauen mit Plakaten für Frauenrecht, die zugehörig zu der AG-Mädchen sind. Dank vorheriger Anmeldung war der Film für alle Mitfahrenden kostenlos, da die Kosten vom Kreis Minden-Lübbecke übernommen wurden. 

Das cineastische Historien-Meisterwerk mit großartiger Besetzung sorgte bei den Anwesenden Schülerinnen den 9. und 10. Klassen und den Begleitern für große Gefühle und führte ihnen vor Augen, wie hart damals für das heutige, für uns unumstrittene Frauenwahlrecht, gekämpft werden musste. Auch einige Tränen sind geflossen. Vor allem das Ende sorgte, mit dem Tod einer Protagonistin, die sich für ihre Sache opferte, für einen emotionalen Moment.
Der Film und die gesamte Veranstaltung fanden bei den Anwesenden großen Anklang und wurden sehr gelobt. Es war ein Abend, der, auch auf der Rückfahrt noch, zum Nachdenken, Diskutieren und Erinnern anregte.